Freunde fürs Leben

Mein Studium neigt sich dem Ende. Es sind nun gut fast 6 1/2 Jahre vergangen als nach Hamburg zog und anfing hier Informatik zu studieren. In der Zeit ist viel passiert. Andererseits ist kaum etwas geschehen. Die Ereignisse, die mich signifikant geprägt haben, sind (denke ich) hier im Blog dokumentiert.

Doch das soll hier nicht Thema sein. Etwas, das mir in letzter Zeit auffiel ist, dass ich kaum noch Kontakt zu meinen Kommilitonen habe. Anfangs bestritt ich mit über 136[1] Gleichgesinnten die ersten Vorlesungen. Mit vielen habe ich bestimmt nie geredet. Mit vielen anderen saß ich tagtäglich nebeneinander und „lauschte“ neugierig der Lehrveranstaltung +hust hust+. Über Veranstaltungen, die mehrere Fachbereiche umfassten (zum Beispiel mit der Wirtschaftsinformatik, Mathematik, Bioinformatik) kam ich auch in Kontakt mit Studierenden anderer Themenbereiche.

In den späteren Semestern engagierte ich mich an einerseits an der Organisation und Durchführung der Orientierungseinheit (OE), aber auch an Hochschulpolitischen Aktivitäten. So war ich zwei Jahre aktives Mitglied der OE als Tutor. Später war ich nebenzeitlich als Dekoration vor Ort und Dokumentierte das Geschehen mit meiner ehemaligen Kamera[2]. Im Fachschaftsrat (FSR) war ich drei Semester aktiv.
Durch diese Aktivitäten lernte ich noch mehr Kommilitonen kennen. Sowohl welche aus den höheren als auch den niedrigeren Semestern.

Ich sah definitiv nicht alle Kommilitonen als Freunde an. Einige mochte ich nicht. Einige waren sogenannte „Hallo-Freunde“. Leute die man Begrüßt, wenn man sie sieht, sich kurz unterhält und dann wieder von dannen zieht. Einige waren „Feier-Freunde“. Mit ihnen machte es immer Spaß feiern zu gehen. Mit all denen verlor ich den Kontakt. Und das ist auch nicht schlimm. Denn mit einigen hielt ich den Kontakt. Er blieb nicht nur, sondern intensivierte sich sogar.

Der Trend von „flüchtiger Kontakt mit vielen Kommilitonen“ zu „intensiver Kontakt mit wenigen guten Freunden“ finde ich gut. So kam ich mit vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten in Verbindung. Ich lernte sie kennen, sie einzuschätzen und mit ihnen klar zu kommen.

Im Studium fand ich „Freunde fürs Leben„. Der Begriff sollte mit Vorsicht genossen werden. Er ist schwierig zu deuten. Ich bin gerade mal 26. Ich habe (wenn es gut läuft) gerade mal ein drittel meines Lebens hinter mir. Viel steht noch vor mir. Was die Zukunft bringt weiß ich nicht. Doch sind sie bis dato die besten Freunde, die ich hatte und mir je wünschen könnte.

Die Anzahl der Menschen, die ich in diese Gruppe packe, ist nicht sehr hoch. Ich kann sie an einer Hand abzählen. Auch ist der Kontakt nicht sehr oft. Sie haben ein eigenes Leben. Studieren, Arbeiten, haben Partner oder sogar Kinder. Doch wenn man sich trifft, redet, miteinander etwas trinkt und die Zeit genießt ist alles gut! Mit ihnen muss ich nicht jeden Tag kommunizieren. Aber wenn wir es tun ist fühlt es sich intensiver an.

[1]http://oe.informatik.uni-hamburg.de/cgi-bin/wiki.pl/Statistiken
[2]http://www2.informatik.uni-hamburg.de/fachschaft/oefotos/

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