Die Sache mit dem Glück

Ich wohne nun seit 2008 in Hamburg! Ich bin hier glücklich. Doch wo lebt es sich „am Glücklichsten“; beziehungsweise wo leben die Glücklichsten Menschen? Diese Frage stellt sich die Deutsche Post anscheinend schon länger. Also machen die jedes Jahr so eine komische Studie, die das rausfinden soll. Die Daten kann man sich im Glücksatlas[1] anschauen.

Besucht man die Website sieht man direkt eine Deutschlandkarte mit ihren 16 Bundesländern. Auf ihnen stehen Zahlen, die, sofern nicht anders ausgewählt, das Ranking der Bundesländer in der Kategorie Lebenszufriedenheit anzeigen soll.

gluecksatlas2013

Aus reiner Neugier habe ich mir die „Lebenszufriedenheit“ mal anschaut. Dabei gibt es folgende Filtermöglichkeiten:

  • nach Geschlecht Männlich
  • nach Geschlecht Weiblich
  • nach Alter < 35
  • nach Alter 35 – 65
  • nach Alter >65

Die Bundesländer die ich mir anschaute sind:

  • Hamburg (HH)
  • Niedersachsen (NDS)
  • Schleswig-Holstein (SH)

Dabei zeigte der Glücksatlas mir folgende Werte:

HH NDS SH
Geschlecht Männlich 1 (7,27) 2 (7,07) 3 (7,06)
Geschlecht Weiblich 1 (7,30) 3 (7,09) 2 (7,15)
Alter < 35 1 (7,39) 6 (7,30) 3 (7,37)
Alter 35 – 65 2 (7,05) 4 (6,89) 3 (7,01)
Alter >65 1 (7,60) 3 (7,17) 10 (6.89)

Man sieht, dass die Menschen in Hamburg (angeblich) am „Lebenszufriedensten“ sind. Doch wenn man den Filter deaktiviert und auf Gesamt klickt, sieht es ganz anders aus. Plötzlich ist Hamburg, obwohl es mit Filter immer vor den anderen Bundesländern ist, auf Platz 2.

HH NDS SH
Gesamt 2 (7,27) 3 (7,17) 1 (7,31)

Man könnte meinen ich könnte etwas rechnen. Schließlich habe ich ein paar Mathemodule im Studium hinter mir, aber verstehen tue ich es nicht. Also schrieb ich diese Fakten (es steht ja Faktisch auf der Seite drauf) auf und schrieb eine E-Mail.

Doch wohin schicken? Wer ist verantworlich? Ganz oben steht „Deutsche Post“. Daneben das Logo der Deutschen Post. Ganz unten auf der Seite gibt es zwei Verweise, Kontakt und Impressum.
Kontakt verweist auf eine komische Deutsche Post DHL Seite[2] wobei Impressum direkt auf deutschepost.de[3] zeigt. Letzteres zeigte sofort eine E-Mail-Adresse (info@deutschepost.de). Also schickte ich sie dahin.

Statt einer netten meiner erhofften Antwort zur Frage erhielt ich dies:
gluecksatlas-email

Ich soll mich an www.gluecksatlas.de wenden? Habe ich das nicht gemacht? Habe ich mich beim Klicken auf Impressum verklickt? Irgendwas läuft da doch falsch!

Erstaunlicherweise funktioniert die Kommunikation über Twitter besser. Sie antworteten mir so:

Schlauer bin ich trotzdem nicht. Ich weiß nur, dass die sich nicht dafür Verantwortlich fühlen und die Frage an andere delegieren wollen (E-Mail) und die Darstellung nun ändern wollen (Twitter). Ich fühle mich nicht ernst genommen. Aber das ist bei der Deutschen Post ja nichts neues[4].

[1]http://gluecksatlas.de/cms/2013/regionen_2013.jsp
[2]http://www.dpdhl.com/de/kontakt.html
[3]http://www.deutschepost.de/en/masthead.html
[4]https://tienbui.de/tag/dhl/

2 Kommentare

  1. Lieber TienBui,

    Vielen Dank, dass Sie sich so intensiv mit unserem Glücksatlas auseinander gesetzt haben. Ihre Anmerkungen helfen uns, die Studie noch verständlicher für unsere Leser zu machen.

    Nun zu Ihrer Frage: Die Daten für die Bereichszufriedenheit, d.h. die Zufriedenheit mit der Gesundheit, der Arbeit, dem Einkommen und der Wohn- und Freizeitsituation, ebenso wie die Angaben für die Altersgruppen und die geschlechtsspezifischen Werte basieren nicht exakt auf den gleichen Daten bzw. Zeiträumen wie die der allgemeinen Lebenszufriedenheit. Daher ist es schwierig, diese beiden Werte miteinander zu vergleichen.

    Grundsätzlich stützen sich die Werte auf die Erhebungen des Sozio-Ökonomischen Panels. Als Langzeitstudie hat das Panel in der Glücksforschung einen fest Platz, da es mit teilweise über 20.000 Befragungen pro Jahr auf methodisch sicherem Fuß steht. Ihre Anmerkung haben wir uns aber zu Herzen genommen und unsere http://www.gluecksatlas.de-Seite angepasst. Ab sofort ist deutlich ersichtlich, aus welchem Betrachtungszeitraum die Daten stammen.

    Auch Ihre Anmerkung bezüglich der Mail-Kommunikation mit uns haben wir aufgenommen und denken darüber nach, für das nächste Jahr ein E-Mail Postfach zum Glücksatlas einzurichten.

    Wir hoffen, dass wir Sie dann wieder als Glücksatlas-Leser begrüßen können 🙂

    Beste Grüße,

    Ihr Deutsche Post-Glücksatlas-Team!

  2. Pingback: Die Sache mit den Cuxhavener Nachrichten – Nachtrag | TienBui

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