Can only make me stronger

Ich war jung und naiv, wie so viele Kinder, und sagte mir „Ich werde nie Rauchen oder Alkohol trinken“. Das erste Mal, dass ich an einer Zigarette zog, war nach der Messe. Er, der mir den ersten Zug anbot, kam aus Berlin. Seine Familie zog gerade nach Cuxhaven. Es war scheußlich, ich musste husten und es stank. Ich habe es jahrelang nicht mehr gemacht.

Den zweiten Kontakt mit dem Rauchen bekam ich durch meine Cousins. Sie waren zu dritt zu Besuch in Cuxhaven. Wir verbrachten zusammen Zeit am Strand, alle drei rauchten schon aktiv. So kam es, dass sie mir einen Zug anboten. Oder ich habe danach gefragt. Ich weiß es nicht mehr. Und das war es dann auch. Vorerst..

Den nächsten großen ‚Schritt‘ verbinde ich mit meiner Ex-Freundin. Ich weiß nicht mehr genau wie es dazu kam. Sie hat geraucht und ich habe es gehasst! Ich wollte nicht, dass sie raucht. Es stank und kostete viel Geld. Wir stritten uns regelmäßig deswegen. Zu der Zeit habe ich selbst nicht geraucht.

Nach dem Erhalt der allgemeinen Hochschulreife zog ich nach Berlin. Dort verrichtete ich als Kriegsdienstverweigerer den Zivildienst. Und das trotz einer Musterung von T2 (verwendungsfähig mit Einschränkung für bestimmte Tätigkeiten). Ich war also damals noch relativ fit.

Berlin! wuhu \o/ Hauptstadt! Größte Stadt Deutschlands. Entsprechend wurde viel gefeiert. Party hier, Party da, Party überall. Unter Einfluss von Alkohol fing ich an bei Partys zu rauchen. Ja, ich schiebe es auf den Alkohol. Böse böse. Wahrscheinlich war der Alkohol gar nicht schuld. Aber das ist nun ja auch egal.

Nach einigen Partys wollte ich auch im Alltag ab und zu eine Zigarette rauchen. Es tat mir gut. Ich entspannte mich, fühlte mich ruhig, konzentriert und konnte einfach abschalten. Also kaufte ich mir eine Schachtel. Dabei sagte ich mir „nur diese eine Schachtel! Ich will ja nur eine Zigarette!“. In der WG, in der ich damals wohnte, wurde nur in der Küche geraucht. Meine Mitbewohner rauchten selbst nur ab und zu. Ich rauchte dann heimlich bei mir im Zimmer, mit geschlossener Tür, und offenem Fenster. Die Sucht hatte mich in ihren Fängen.

Seitdem sind sechs Jahre vergangen. Verschönert könnte man 5½ Jahre sagen. Aber das kann/sollte man nicht schönreden. Der Rauch stinkt mir immer noch. Es wird immer teurer. Meine Kondition entspricht der eines Faultiers. Ich fühle mich Abhängig, immer die Rauchutensilien bei sich zu haben. Neuerdings ist es nicht mehr „Schachtel und Feuer“ sondern „Filter, Blättchen, Tabak und Feuer“.

In der Gegenwart meiner Eltern habe ich noch nie geraucht. Ich weiß nicht, ob sie es wissen. Davon ist aber auszugehen. Meine Freunde haben mich tatkräftig dabei unterstützt. So nahmen sie die Zigarette wenn z.B. meine Mutter unerwartet kam. Wenn ich meine Eltern besuchte wartete ich bis beide schliefen, ging dann in den Garten und rauchte dort eine Zigarette. Wenn beide noch wach waren „ging ich schlafen“, schloss die Tür, öffnete das Fenster und befriedigte so meine Nikotinsucht.

Vor drei Tagen, am 6. November, etwa 0:20 konsumierte ich meine letzte Zigarette. Danach legte ich mich ins Bett und dachte mir „Ich höre jetzt auf damit.“ Seitdem habe ich oft daran gedacht wie schön es wäre nur einen Zug nehmen zu können. Aber ich hatte keine. Und ich will keine. Weil ich aufgehört habe! Also lief ich einfach weiter, dachte die nächsten 10-20 Schritte daran und dachte dann an etwas anderes.

kwitter

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