Planloses befummeln

Am Samstag, 7. April, hatte der Pablo[1] Geburtstag. Da er keine Feier veranstaltete und ich zu faul war nicht daran dachte eine Überraschungsparty zu organisieren, schlug Pablo vor eine Ausstellung zu besuchen, von der er hörte: „Dialog im Dunkeln“[2]. Da ich bis dato nichts von gehörte schaute ich mir die Website an und fand las diesen Text:

»Die einzige Form zu lernen, besteht in der Begegnung.« Martin Buber, Das dialogische Prinzip Die Idee ist denkbar einfach: In völlig abgedunkelten Räumen führen blinde Menschen das Publikum in kleinen Gruppen durch eine Ausstellung. Aus Düften, Wind, Temperaturen, Tönen und Texturen wird ein Park, eine Stadt oder eine Bar gestaltet. Alltagssituationen, die in unsichtbarer Form eine völlig neue Erlebnisqualität erhalten. Ein Rollentausch findet statt: Sehende Menschen werden herausgelöst aus sozialer Routine und gewohnter Rezeption. Blinde Menschen sichern Orientierung und Mobilität und werden zu Botschaftern einer Kultur ohne Bilder.

Ein vielversprechender Text, der unsere (oder zumindest meine) Erwartungen sehr hoch schraubte und dann die telefonische Kartenreservierung mit sich zog.
Zu dritt (Mareike, Pablo, me) gingen wir dann pünktlich los, aßen entspannt bei Vapiano und kamen zeitig an, sodass wir noch den Blindenkicker ausprobieren konnten. Unter Blindenkicker könnte man ein Spiel vermuten, bei dem man versucht Blinde zu treten, doch der Schein trügt. Es handelt sich hier lediglich um ein Tischfussball, bei dem die Spieler Augenbinden/schwarzen Brillen/whatever tragen und mit einem klingelnden Ball spielen.
Wie das dann aussieht, wenn zwei Laien versuchen es zu spielen:

Als die Führung in der Ausstellung began, bekam jeder einen Stab in die Hand gedrückt und wurde in die vollkommende Dunkelheit gelassen. Aufgrund des fehlenden Lichts war es unumgänglich, dass es versehentlich mit anderen Gästen/Besuchern zu Körperkontakt kam. Ob das gut oder schlecht war sei mal dahin gestellt.. (:
Ich wollte ein Foto von der Ausstellung machen, doch leider erkennt man nichts. Das Ergebnis meines jämmerlichen Versuchs eine Lichtbildaufnahme zu machen habe ich mal angehängt:

Mein Resümee:
Der Besuch der Ausstellung im „Dialog im Dunkeln“ ist, wenn auch relativ teuer, definitiv empfehlenswert! Man erlebt das Blindsein in viel zu kurzen und schnellvergehenden 90 Minuten. Ich wäre gerne länger, vor der visuellen Reizüberflutung flüchtend, in den dunklen Räumen geblieben um die angenehme Lichtlosigkeit zu genießen.

[1]http://www.pabloheimplatz.de/
[2]http://www.dialog-im-dunkeln.de/…

3 Kommentare

  1. Ich habe am 7. April Geburtstag. n_n Aber das ist okay.

    Wäre ebenfalls gerne länger im Dunklen geblieben und fand es super entspannend der (wie du es so schön gennant hast) Reizüberflutung mal zu entkommen. Auch wenn ich diesen Zustand definitiv keinem für ewig wünsche.

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