Time is up

Etwas mehr als eine Woche ist es nun her, als ich mich dafür entschied, mindestens sieben Tage ohne mobiles Internet auszukommen. Später wurde es noch auf Facebook ausgeweitet. Wie konnte ich es überhaupt überleben? Ich weiß es nicht.

Mit dem heimischen Wireless-Netzwerk ist es kein großer Verlust gewesen. Selbst in der Uni hatte ich immer und überall eine Wireless-Verbindung zum großen weltweiten Internet.
So einige Male ertappte ich mich selbst, wie ich mal wieder auf das Handy schaute, ohne relevanten Informationen zu suchen. So einige Male wurde ich beim Schauen auf meinen Touchscreen ertappt und wurde darauf hingewiesen, dass ich meine sozialen Fähigkeiten ausbauen will. So einige Male ertappte ich andere, wie sie auf ihre Handys schauten und die anderen in der Runde ausblendeten.

Anders sah es aus, wenn ich unterwegs oder an Orten ohne WLAN war. Erstaunlicherweise war es sehr angenehm. Ich achtete wieder mehr auf die Umgebung, genoss die angenehmen Klänge meines Musikspielers und hatte nicht mehr das Gefühl irgendetwas zu verpassen. Umso mehr Terror machte das Handy sobald es ein WLAN-Netz fand, in dem es die Neuigkeiten Nachrichten abrufen konnte. Schon vor der Wohnungstür machte es BZZZZZT BZZZZZT BZZZZZT BZZZT BZZZZZZT….

Noch überlege ich, ob ich die Einstellung in meinem Handy beibehalte und es so nur als IPod benutze oder es umstellen soll, mich selbst aber mehr disziplinieren muss. Eventuell wage ich einen Mittelweg: Wenn ich es unbedingt brauche, schalte ich es an und anschließend wieder aus. Doch wann brauche ich es „unbedingt“? Das wird sich zeigen…

Schwieriger war es für mich ohne Facebook auszukommen. Da der Account deaktiviert wurde, konnte ich widerstehen mich einzuloggen. Selbst wenn ich aus Gewohnheit die Webseite aufrief, schloss ich sie augenblicklich. Ich konnte weder schauen, was die anderen gerade machten, noch mitteilen, was ich gerade machte.
Doch wen interessiert es eigentlich, ob ich heute Nudeln esse oder mir was bestelle? Was für ein Nährwert hat die Information, dass einige im Kino waren und dort Spaß hatten? Was für ein Nutzen habe ich davon zu wissen, wer alles „Gefällt mir“ gedrückt hat?!
Ich versuche mich nicht davon frei zu sprechen! Ich bin genauso ein Facebook-Victim wie viele anderen auch! Doch werde ich es versuchen jetzt in Grenzen zu halten und es kontrolliert zu „genießen“.

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.