Kreativ Werben?!

Ich bekam vor einigen Tagen eine Email, die ich euch nicht vorenthalten will. Schließlich musste ich mir sehr lange den Kopf darüber zerbrechen, wie ich darauf reagieren sollte.

Hey Bui,
Ich arbeite für den Online Shop […] der Kunden, die sich für Hip Hop, Fashion und Streetwear interessieren eine große Auswahl an stylischen und sehr preiswerten Modeartikeln bietet.

Deine Seite ist textlich und fotografisch wirklich äußerst interessant und deshalb wären wir daran interessiert mit dir kreativ zusammen zu arbeiten.

Besonders vom thematischen Standpunkt her finden wir eine Arbeit mit dir wirklich mehr als perfekt, da du bestimmt eine super Idee hättest für eine Fotostrecke mit Kleidung von […] oder dergleichen 😉

Da wir ein besonderes Image aufbauen wollen, dass nicht nur auf Verkauf und Werbung abzielt, suchen wir gezielt die kreativen Menschen der Bloggerszene, um verschiedene Projekte und Zusammenarbeiten umzusetzen.

Wir wären besonders an Sponsored Posts oder einfachen einzelnen Textlinks auf Deiner Seite interessiert.

Als Gegenleistung ist von der Bezahlung, bis zum Gewinnspiel für Deine Leser oder ein Einkaufsgutschein für Dich, fast jede Option möglich.

Meld dich doch einfach mal und sag was du von einer Zusammenarbeit mit […] hältst.

beste Grüße ausm schönen Berlin,
Bianca W.

Die einzelnen Absätze waren nicht so schön formatiert wie hier. Anscheinend handelt es sich um eine Frau, die für diesen Shop explizit Blogger sucht, und diese Email, damit sie persönlicher wirken, entsprechend den Blog vorgefertigte Sätze aus ihrer Liste kopieren.
Meine erste Antwort darauf sah so aus:

Hallo Frau […],

ich fühle mich sehr geehrt, dass Sie mir so eine Anfrage senden. Auch freue ich mich sehr, dass Ihnen mein Blog inkl. der Fotografien gefällt.

Ich weiß nicht, ob ich Ihre Zielgruppe anspreche, da ich nicht weiß, was für ein Image Sie sich aufbauen wollen.
Mein Blog dient mir als digitales Tagebuch, das jeder, insbesondere meine Freunde, immer und überall lesen kann. Daher schreibe ich recht private Dinge in meinen Blog, wobei ich versuche kritische/brisante Themen zu vermeiden (z.B. Poste ich keine Partyfotos, auf denen betrunkene Leute zu sehen sind).

Dazu versuche ich soweit Werbefrei sowie unabhängig wie möglich zu sein. Offensichtliche Werbung nach dem Thema „Schau mal wie cool es ist. Ich werde gesponsert“ spricht mich nicht an. Ich muss „hinter den Produkten stehen können“, für die ich dann, sei es direkt oder indirekt, werben würde.

Dennoch spricht derzeit nichts gegen eine Zusammenarbeit mit […], sofern sie nicht in Widerspruch zu den Intensionen, die ich mit den Blog habe, stehen.

sonnige Grüße aus Hamburg

Prompt kam die Antwort, die mich nicht zufrieden stellt.

Hey,
danke für deine schnelle und ehrlich Antwort 😉

Ich kann dich auf jeden Fall beruhigen, denn das was ich aktuell mit […] anstrebe sind im höchsten Maße ungezwungene und kreative Zusammenarbeiten.

Damit es nicht diesen Werbe-Charakter hat müssen wir natürlich den Drahtseil-Akt zwischen Sponsering und Kreativität schaffen.

In deinem Blog kann ich erkennen, dass deine Leser wirklich sehr treue Leser sind und dich auch über den Freundeskreis hinaus mit Kommentaren und Verlinkungen unterstützen.
Da wäre es doch mal eine schicke Idee sich bei all den Lesern zu bedanken, die dir seit Gründung von Silentsea.de so treu geblieben sind.

Das heißt wir könnten entweder etwas bestimmtes verlosen oder auch einen Geschenk-Gutschein. Im letzten Satz könntest du ja sowetwas sagen wie „Am liebsten wäre es mir natürlich wenn alle gewinnen könnten, aber zur Not könnt ihr ja auch so mal bei […] vorbeischauen.“ und da könnten wir […] verlinken.

Was hältst du von der Idee?

liebe Grüße aus dem grauen Berlin,
Bianca 😉

Besonders dreist fand ich, dass sie mir einen abschließenden Satz vorschlug, der, hätte ich es denn gemacht+übernommen, nicht von mir gewesen wäre.

Also sagte ich dankend ab:

Hey Bianca,

ich habe mir die ganze Sache nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Ihr sehr verlockendes Angebot, einen Geschenk-Gutschein zu verlosen, muss ich aber leider ablehnen. Nach reifer Überlegung wurde mir bewusst, dass, wenn ich das Angebot annehme, es nicht mit meinen Grundsätzen des persönlichen Blogs vereinbar wären.

Auch sind die „treuen Leser“ meines Blogs hauptsächlich reale Freunde sowie Kommilitonen. Bei diesen „brauche“ ich mich nicht für das Lesen des Blogs bedanken, da mein Blog, wie schon in der ersten Mail erwähnt, „mir als digitales Tagebuch“ dient.

liebe Grüße

Mir ist bewusst, dass ich jemanden nun eine tolle Gelegenheit nahm, für lau Hip Hop, Fashion und Streetwear zu erwerben, aber das könnt ihr mir bestimmt verzeihen (;

2 Kommentare

  1. Pingback: Hello World .. oder so // .SilentSea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.